Anfangs durften nur Bergleute an den Lengeder Gewässern angeln
LENGEDE. "Wir danken unseren idealistischen Gründungsmitgliedern, die als Bergleute nach anstrengender Arbeit unter Tage noch die Lust und Energie aufbrachten, sich für Natur und Angelei einzusetzen". So steht es in der Chronik anlässlich 50 Jahre Angelsportverein Lengede.
Die Mitglieder Bernhard Gertler und Rüdiger Lampe haben die kleine Chronik zusammengestellt. Carsten Nayda, Vorsitzender vom Angelsportverein "Glück Auf" Lengede (ASV), hofft zum 50-jährigen Bestehen seines Vereins auf viele Besucher zum Festwochenende am 13. und 14. Juni.
1959 wurde der ASV von elf Bergleuten gegründet und nur Werksangehörige durften Mitglied sein. Erst ab 1982 öffneten sich die Angler allen Einwohnern der Gemeinde Lengede.
Sieben Gewässer in Lengede, darunter der Seerosenteich, Sandschacht und Wahmannteich, dienen den Anglern zur Freizeitgestaltung. Einst als Becken zum Klären der Wasser nach der Erzwäsche aus der Grube Mathilde genutzt, steht das Gelände heute unter Naturschutz.
Besondere Verdienste hat der erste Gewässerwart Rudolf Wendrich, denn schon 1960 kümmerte er sich um den Fischbesatz. 1977 wurde der Bergbau eingestellt und auch die Wasserhaltung unter Tage beendet. Die Gemeinde übernahm das Gebiet und der Wasserspiegel der Teiche stieg täglich um sechs Zentimeter. Nur am Seerosenteich fiel er ab, da der Grund nicht dicht war. Mit einer Notlüge erhielt der ASV von der Bezirksregierung die Erlaubnis, einmal jährlich Wasser aus dem Klärteich 8 zu entnehmen. In vier Tagen Arbeit verlegten die Angler eine unterirdische Leitung, die dauerhaft den Seerosenteich mit Wasser versorgte.
"Es wird von den Anglern allerdings nicht nur Fischwirtschaft betrieben, sondern der Verein engagiert sich in erster Linie für den Umwelt- und Naturschutz", betont Nayda. Jedes Vereinsmitglied müsse dafür jährlich zehn Arbeitsstunden leisten, besonders aktiv sei dabei auch die Jugendgruppe des ASV.
Auch früher gab es schon Müllsünder, und Fischereiaufseher Rudi Wendrich habe während seiner Amtszeit rund 100 Anzeigen gestellt, heißt es in der Chronik.
Der ASV trat dem Landessportfischerverband Niedersachsen und der Interessengemeinschaft Mittellandkanal bei, sodass die Mitglieder auch gut 60 Kilometer Kanal nutzen dürfen, und auch ein Teil der Fuhse in Lengede wurde gepachtet.
Das Festwochenende beginnt am Samstag, 13. Juni, ab 14 Uhr am Vereinsheim. Zum Kinderprogramm gehört Fische angeln, grillen und schminken. Im Zelt gibt es für die Erwachsenen ein offizielles Programm mit Empfang, aber auch gemütlichem Beisammensein und Musik für Mitglieder und Gäste. Am Sonntag endet das Jubiläum mit einem Frühschoppen im Grünen.
Peiner Nachrichten - Mittwoch, 10.06.2009
|